Heute kommen alle, auch Minderjährige, mit Glücksspielen in Kontakt, über Werbung im Fernsehen und Internet oder durch Spielautomaten in Cafés. Justizminister Koen Geens hat daher ein neues Gesetz verabschieden lassen, ergänzt durch Durchführungsbestimmungen, die in diesem Jahr in Kraft treten. Das Ziel: Spieler besser vor Spielsucht schützen, den illegalen Markt einzudämmen und den regulierten Sektor strenger zu kontrollieren.
Weniger Spielgeräte in Cafés und mehr Rolle für Gemeinden
Die Anzahl der Spielautomaten in Cafés wird begrenzt und nicht mehr für Minderjährige oder ausgeschlossene Spieler zugänglich sein. Gemeindeverwaltungen erhalten eine entscheidende Rolle: Cafés benötigen künftig eine verbindliche Empfehlung der Gemeinde, um Automaten aufstellen zu dürfen. Darüber hinaus können Gemeinden Sanktionsverfahren einleiten und Geräte bei Verstößen oder Störungen versiegeln.
Strengere Regeln für Wettbüros
Wettbüros unterliegen zusätzlichen Lizenzanforderungen, wie einem Mindestabstand zu Schulen oder Krankenhäusern. Auch hier haben Gemeinden Mitspracherecht: Ein Wettbüro kann sich nur mit einer Vereinbarung mit der Gemeinde, in der klare Betriebsregeln festgelegt sind, niederlassen. Außerdem wurde die Gesamtzahl der Wettbüros bereits auf 600 begrenzt.
Verpflichtende Identitätsprüfung
Um Minderjährige und ausgeschlossene Spieler fernzuhalten, wird die Identitätsprüfung bei allen Spielautomaten in Cafés und auch bei den Automaten der Nationalen Lotterie zwingend erforderlich. Besucher von Wettbüros müssen sich ebenfalls identifizieren. Die Glücksspielkommission erhält dabei zusätzliche Befugnisse, wie Einblicke bei der Nationalbank zur Erkennung finanzieller Probleme und eine bessere Zusammenarbeit mit Polizeidiensten.
Strenge Beschränkungen für Werbung und Online-Spiele
Ein Königlicher Erlass legt strenge Regeln für Online-Glücksspiele und Glücksspielwerbung fest. So wird Werbung während Live-Sportübertragungen verboten, ebenso wie rund um Kinderprogramme und vor 20 Uhr abends. Online-Werbung ist nur über zugelassene Websites oder personalisierte Nachrichten erlaubt störende Pop-ups und Banner verschwinden. Diese Maßnahmen treten ab Sommer 2019 in Kraft.
Mit diesem neuen Gesetzespaket macht Belgien einen wichtigen Schritt zum Schutz der Spieler, insbesondere der Jugendlichen, vor Spielsucht und Missbrauch. Durch die Einschränkung der Anzahl der Geräte und Wettbüros, die Stärkung der Rolle der Gemeinden, die Verpflichtung zur Identitätskontrolle und die drastische Begrenzung der Werbung wird der Glücksspielmarkt nicht nur strenger reguliert, sondern auch transparenter. Dies wird langfristig zu einer gesünderen Balance zwischen legaler Unterhaltung und dem Schutz der öffentlichen Gesundheit führen.
Kommentare